Weniger Planungssicherheit für Einrichtungen, mögliche Folgen für Pflegebedürftige: Die geplante Pflegereform könnte auch in Hanau und im Main-Kinzig-Kreis spürbar werden. Die Martin Luther Stiftung bewertet zentrale Vorschläge, insbesondere zum Pflegeneuordnungsgesetz (PNOG), kritisch.
Als Mitglied der Diakonie schließt sich die Stiftung in wesentlichen Punkten den Positionen von Diakonie und DEVAP an. Kritisch sieht sie vor allem Einschränkungen bei der Refinanzierung tariflicher Bezahlung sowie Risiken für die Versorgungssicherheit.
„Wenn gute Pflege gesichert sein soll, müssen auch die Kosten für faire Löhne gedeckt sein. Sonst geraten Einrichtungen unter Druck“, sagt Vorstandsvorsitzender Thorsten Hitzel. Auch geplante Veränderungen bei Beratung und ambulanter Begleitung bewertet die Stiftung kritisch. Eine stärkere Trennung könne für Pflegebedürftige und Angehörige zusätzliche Hürden im Alltag bedeuten.
Hitzel betont: „Wir können nachvollziehen, dass eine Reform wirtschaftlich tragfähig sein muss. Aber sie darf nicht auf Kosten der Menschen gehen, die ihr Leben lang gearbeitet haben und im Alter auf Unterstützung angewiesen sind. Bei allen Reformüberlegungen sollte im Mittelpunkt stehen, Pflege auch künftig verlässlich und alltagstauglich zu organisieren.“

